Was ein Hundeleben...
Ja, das kann alles bedeuten, von ganz mies bis total verwöhnt. Bin ist, wenn es nach meinem Mann geht, eher letzteres, jedoch, wie ich finde, nicht ohne Grund bzw. erleichtert es ihm das Leben doch um einiges.
Nachdem wir Butch 2015 nach zwei Wochen Aufenthalt in der Hundepension verfrüht abholen mussten, da er sich alle vier Pfoten wund geleckt, unter Schlafmangel und Appetitlosigkeit gelitten hatte, gab es immer öfter Probleme mit vermeintlichem Milbenbefall zwischen den Zehen. Außerdem litt er immer öfter unter Augen- und Ohrenentzündungen, hatte Blähungen und Ausdünstungen, die selbst uns die Tränen in die Augen trieben und kratzte und biss sich irgendwann sogar blutig ohne dass die Medikamente signifikante Besserung gebracht hätten.
Wir entschlossen uns dann zu einem Allergietest mittels Blutabnahme. In der Regel wird zwar eine Ausschlussdiät empfohlen, jedoch wollte ich ihn nicht noch wochenlang an ihm "herumdoktorn". Schnell wurde dann auch klar, dass da mit Fertigfutter, egal ob nass, trocken, günstig oder teuer nicht viel zu machen war, weil er einfach zu viele Allergien aufwies.
Kurzerhand las ich mich sodann in zwei Fachbücher ein und informierte mich auf diversen Internetseiten und in "Selbsthilfegruppen". Schon nach kurzer Zeit ging es Butch sehr viel besser. Die blutigen Stellen heilten und auch sein Allgemeinzustand wurde rapide besser. Er hatte durch die Unverträglichkeiten merklich abgenommen, war schlapp und mitunter übellaunig.
Eines Juni Morgens, ich wollte vor der Arbeit noch eben mit ihm Gassi gehen, kam er jedoch nicht wie sonst immer sofort angerannt, wenn ich die Leine vom Haken nahm. Auch nach mehrmaligen Rufen tat sich nichts. Nach kurzem Suchen fand ich ihn an seinem Lieblingsplatz, eingequetscht zwischen Couch und Couchtisch, liegend. Er versuchte aufzustehen, doch die Hinterbeine wollten nicht gehorchen. Mit einiger Mühe schaffte er es aufzustehen und ich hievte ihn zusammen mit meiner herbeigerufenen Mutter ins Auto und fuhr sofort mit ihm zum Tierarzt. Da er jedoch noch nicht draußen war, ließ ich ihn noch kurz auf den Grünstreifen. Hier hörte er dann nicht mehr auf zu pinkeln bzw. schaffte es scheinbar nicht mehr anzuhalten. Noch dazu glich das Rinnsal eher glas klarem Wasser, was unsere Befürchtungen nicht weniger werden ließen.
Nach gründlichem Abtasten und diversen anderen Untersuchungen, vereinbarte man einen OP-Termin für die Woche darauf, da man vermutete, dass er sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat, man diesen aber nur unter Narkose zweifelsfrei diagnostizieren könne. Dass Butch nach den morgendlichen Aufstehproblemen nun wieder "normal" lief und sich kaum Schmerzen anmerken ließ, sei aber normal und spreche eindeutig für einen Kreuzbandriss. Allerdings sollten wir bis dahin den Urin beobachten, da dieser doch sehr auffällig war und sich schnell geben sollte, da ansonsten auch die Nieren weiter untersucht werden müssten.
Abends erhielt ich dann plötzlich einen Anruf der Tierärztin, die der Fall bis zum Abendbrot noch nicht los gelassen hatte, sodass sie mit ihrem Mann, der Butch morgens untersucht hatte, vereinbarte, dass wir mit Butch am nächsten Tag noch einmal zur Urinkontrolle vorbei kommen sollten, da Bulldoggen ohnehin keine einfachen Narkosepatienten sind und sie kein Risiko eingehen wollten, schon gar nicht über das anstehende Wochenende.
Ich bat also unseren Gassigänger am nächsten Morgen mit Butch und meinem Mann zum Tierarzt zu fahren, da ich nicht schon wieder auf der Arbeit fehlen wollte.
Leider erhielt ich 15 Minuten vor dem Termin einen Anruf meines Mannes, dass er immer noch zu Hause sei und niemand gekommen war. Mir blieb also nichts anderes übrig als so schnell es nur irgendwie ging zurück nach Hause zu fahren, um dann eben doch selbst mit de beiden zum Tierarzt zu fahren. Glücklicherweise konnte dort, zumindest was den Urin anging, Entwarnung gegeben werden. Es gab keinerlei Auffälligkeiten mehr, sodass der OP die Woche drauf nichts im Wege stand.
Tja und dann wurde ich krank, sodass ich an Butchs OP-Tag auf die Hilfe meiner Mutter zurück greifen musste und ich zu Hause auf den Erlösenden Anruf warten musste. Nach schier endloser Warterei war es dann irgendwann so weit. Butch hatte tatsächlich einen Kreuzbandriss, der dann sogleich operiert wurde, um ihm eine weitere Narkotisierung zu ersparen.
Bei den routinemäßigen Röntgenaufnahmen vor der OP hatte man jedoch noch etwas festgestellt. Butchs Hüftgelenke bzw. seine Hüftpfannen sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Diagnose: stark ausgeprägte Hüftdysplasie

Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet, denn das Wort langsam ist Butch völlig fremd. Volle Kraft voraus, das ist sein Lebensmotto und bis zum Kreuzbandriss hat er sich nie irgendwelche Schmerzen anmerken lassen, wobei er ja auch wirklich nicht empfindlich ist. Aber gut, der Tierarzt prophezeite uns, dass Butch wohl sehr bald ohne Schmerzmittel nicht mehr so freudig durch die Gegend springen würde aber das würden wir ohnehin erst in einigen Monaten sehen können, denn nach der Kreuzband-OP, hieß es quasi erstmal in mikroskopisch kleinen Schrittchen wieder belasten, um den OP-Erfolg nicht zu gefährden. Butch zu bremsen ist nun wirklich nicht leicht aber wir schafften es tatsächlich unfallfrei über die Anfangszeit.
Im Urlaub durfte er dann schon wieder schwimmen gehen, doch auch da musste man ihn natürlich bremsen, was unser Seehund ganz und gar nicht gut fand. Aber man soll es ja nicht übertreiben und eine Franzi van Almsick wird aus ihm eh nie werden.
Was uns im Urlaub jedoch auffiel war, dass Butch sich schon morgens in die pralle Sonne legte und, das war das seltsame daran, vorher nicht wirklich laufen wollte. Das hatten wir so noch nicht beobachten können. Scheinbar tat ihm zumindest jetzt die Wärme gut, denn zu Hause lag er zwar auch ab und an in der Sonne, jedoch nie so ausgiebig, um nicht zu sagen extrem.

Wieder zurück zu Hause, fingen wir an ihm, zusätzlich zu den Vitamin B12 Tabletten, die er wegen seinem Head Bobbin' / Wackeldackel-Syndrom bekommt, MSM Pulver zu geben. Von einer Löffelspitze haben wir uns langsam zu 1,5 TL gesteigert. Ein Placebo-Effekt kann es ja eigentlich nicht sein, denn er weiß ja nicht, was das ist und bewirken soll. Jedenfalls steht er mittlerweile schon morgens, wenn ich aufstehe, vor der Schlafzimmertüre und ist putz munter. Das gab es vor MSM nicht, ganz im Gegenteil. Früher war er ein richtiger Morgenmuffel und oft kaum nach draußen zu bekommen, wenn es, wie jetzt, morgens noch kalt und vor allem dunkel ist.
Derzeit kommen wir Dank MSM also wunderbar ohne Schmerzmittel zurecht und haben einen putzmunteren Hund, der sehr gerne Frischfleisch frisst, am liebsten mit in der Pfanne geschwenktem